In Syrien gibt es viel zu entdecken: gewaltige Landschaften, wilde Gebirge, karge Wüsten, bizarr anmutende Strände, schneebedeckte Berggipfel und fruchtbare Flußtäler. Noch kostbarer sind aber die syr- ische Gastfreundschaft und der respektvolle Umgang mit den Touristen, welche im Ausland noch zu wenig bekannt sind. Im folgenden möchten wir Ihnen ein paar Eindrücke präsentieren, die sich uns auf unseren Reisen dargeboten haben. Wir möchten darauf hinweisen, das die Auswahl der Sehenswürdigkeiten bzw. Ortschaften nach unseren eigenen Kriterien getroffen wurde.

Das Qual`at Sim`an (St. Simeon Kloster) liegt etwa 28 km nordwestlich von Aleppo. Saint Simeon -ein Mönch- soll 39 Jahre - bis zu seinem Tod (459)- auf den Gipfeln der letzten drei Säulen verbracht haben. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Ausflug dorthin zu unternehmen,da die Ruinenstätte sehr gut erhalten und die Umgebung wunderschön ist.

Blick auf den Haupteingang des Klosters.

Aleppo ist wohl eine der wenigen uralten und trotzdem irgendwie modernen orientalischen Städte. Neben Damaskus gilt sie als die am längsten durchgehend besiedelte Stadt der Welt. Die Stadt besitzt eine riesige, sehr gut erhaltene Zitadelle, welche am Abend durch die künstliche Lichtbestrahlung einen Augenschmaus bietet. Auf dem Foto sehen Sie eine Marktszene aus dem "Suk al-Atarin". Die Märkte von Aleppo sind unvergleichlich. Man kann verschiedenste Stoffe, Schmiede- arbeiten, duftende Gewürze und etc. einkaufen. Die Händler sprechen teilweise mehrere Sprachen und sind im Auftreten sehr dezent.

Ladhiqiyah ist die größte und bedeutenste Hafenstadt Syriens. In der Nähe gibt es auch einige Strände, die allerdings nichts für verwöhnte Strandurlauber sind. Trotzdem lohnt sich ein Besuch, um die bizzaren Eindrücke in sich aufzusaugen und muslimische Badekultur kennenzulernen. Nördlich der Stadt befindet sich Ugarit, dort wurde das älteste Alphabet der Welt entdeckt.
Autoliebhaber kommen in Syrien auf ihre Kosten. Durch die vorhandene Materialknappheit wird geschraubt und gebastelt, was das Zeug hält. In Syrien versteht man es noch zu improvisieren und so fahren dort Autos in Top-Zustand, die teilweise schon 50 Jahre und älter sind.

Syrien besteht nicht nur aus Wüste. Gerade westlich von Aleppo bis Damaskus gibt es saftige Anbaugebiete. Tabak, Baumwolle, Pepperoni, Auberginen, Melonen, hier wächst fast alles. Vielen Leuten, die auf dem Land leben, geht es gar nicht so schlecht. Der größte Teil der Ernte wird vom Staat aufgekauft,nur ein kleiner Teil privat auf den Märkten verkauft.

Im September ist die Tabakernte. In Syrien wird viel Tabak für den Export produziert. Das Anbauverfahren und die Trocknung sind ein unglaublich aufwendiger Prozess.

Melonenernte

Wüstenlandschaft nahe Tadmour. Dort liegt die Ruinenstätte Palmyra, die eine bedeutende, reiche Handelsmetropole war. Man sollte auf jeden Fall die wichtigsten Monumente, wie den Baal-Tempel, die Säulenstrasse, das Amphitheater und die Burg besichtigen.

Die Säulenstrasse bei Abenddämmerung.

Blick vom Jebal Kaysun auf Syriens Hauptstadt Damaskus. Damaskus, groß, wirr, modern, alt, dreckig, edel. Damaskus hat vieles und nichts zu bieten. Die Altstadt ist jedoch sehr schön; nach Möglichkeit sollte man dort auch wohnen, denn man gelangt schnell zu den Haupsehenswürdigkeiten, wie der Ummaijaden-Moschee, der Rukkaya-Moschee, dem Azzam-Palast, den alten Herrenhäusern und den Suks.

Wenn man genügend Zeit hat, lohnt sich von Damaskus auch ein Ausflug nach Al-Quneitra, welches in der UN-Pufferzone zwischen Israel und Syrien liegt. Für den Besuch dieser toten Stadt, die 1967 im Krieg gegen Israel völlig zerstört wurde, muss man in Damaskus eine Genehmigung einholen, die allerdings sehr schnell und kostenlos erteilt wird.

